Tinnitus und Hörverlust sind bei Musikern weitaus häufiger als bei Nichtmusikern
Eine systematische Übersichtsarbeit zeigt erhöhte Raten von Tinnitus, Hörverlust und Geräuschempfindlichkeit bei Musikfachleuten; zwischen klassischen und Pop-/Rock-Musikern gab es keinen signifikanten Unterschied, was darauf hindeutet, dass das Hörungsrisiko stärker durch Expositionsfaktoren als allein durch das Genre geprägt wird.Mitarbeiter
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Eine kürzlich veröffentlichte systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse in Otolaryngology–Head and Neck Surgery (der offiziellen Fachzeitschrift der American Academy of Otolaryngology–Head and Neck Surgery Foundation, AAO-HNSF) berichtet, dass Musiker deutlich häufiger von Tinnitus, Hörverlust und Hyperakusis betroffen sind als Menschen, die keine Musiker sind. Die Analyse fasste die Ergebnisse aus 67 Studien zusammen und umfasste Daten von mehr als 28.000 Musikern aus 21 Ländern.
Über die zusammengefassten Studien hinweg wurde Tinnitus von 42,6 % der Musiker angegeben, verglichen mit 13,2 % in Kontrollgruppen aus Nichtmusikern. Hörverlust wurde bei 25,7 % der Musiker festgestellt, gegenüber 11,6 % der Kontrollpersonen. Hyperakusis – eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Alltagsgeräuschen – war bei Musikern ebenfalls wesentlich häufiger und betraf 37,3 % gegenüber 15,3 % bei Nichtmusikern.
„Viele Musiker leben stillschweigend mit Ohrgeräuschen, Geräuschempfindlichkeit oder Hörverlust, unabhängig davon, ob sie in einem Konzertsaal oder einem kleinen Club spielen“, sagt Shaun A. Nguyen, MD, Professor in der Abteilung für Otolaryngology–Head and Neck Surgery an der Medical University of South Carolina. „Doch die Forschung, die uns vorliegt, ist noch unvollständig und basiert häufig auf selbstberichteten Symptomen; zudem fehlen Details zu Faktoren wie anderen lauten Hobbys, spezifischen Instrumenten und der Konsequenz, mit der Menschen Gehörschutz verwenden. Was wir jetzt wirklich brauchen, ist eine stärker personalisierte, auf Musiker zugeschnittene Risikoprofilierung, damit wir praktische, individuelle Empfehlungen anbieten können, die Künstlern helfen, ihr Gehör zu schützen, ohne die Musik aufgeben zu müssen, die sie lieben.“
Unter den Musikern, die Tinnitus angaben, erklärten die meisten (76,3 %), dass er gelegentlich auftrat, während 15,6 % ihn als dauerhaft beschrieben. Beim Hörverlust wurden etwa 63 % der Fälle durch Selbstangaben identifiziert, während rund 37 % durch audiometrische Tests bestätigt wurden. Die Autoren weisen darauf hin, dass dies bedeuten könnte, dass die tatsächliche Prävalenz unterschätzt wird.
Die Übersichtsarbeit fand außerdem keinen bedeutsamen Unterschied bei den Raten von Tinnitus, Hörverlust oder Hyperakusis beim Vergleich klassischer Musiker mit Pop-/Rockmusikern. Dieses Ergebnis widerspricht gängigen Annahmen und deutet darauf hin, dass das Risiko nicht auf ein bestimmtes Genre beschränkt ist. Die Autoren geben an, dass andere Variablen – etwa die Art des gespielten Instruments, der Sitzplatz eines Musikers in einem Ensemble, akustische Bedingungen und die Verwendung von Gehörschutz – für das auditive Risiko wichtiger sein könnten als das Genre selbst.
Originalstudienzitat: McCray LR, Ripp AT, Nguyen SA, Pelic JC, Labadie RF, Meyer TA. Auditorische Symptome bei Musikern: Eine systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse. Otolaryngol Head Neck Surg. 2026;174:305-316.
Quelle: AAO-HNSF
HearingTracker Staff