Widex Sivantos

Eine Fusion zwischen Widex und Sivantos (Hersteller von Signia), zwei der sechs größten Hörgeräteunternehmen der Welt, wird nach der heutigen Genehmigung durch die Regulierungsbehörden der Europäischen Union im März abgeschlossen. Mit einem gemeinsamen Umsatz von mehr als €1.6 billion ($1.9 billion USD) wird die Fusion das drittgrößte Hörgeräteunternehmen der Welt schaffen, hinter den Marktführern Sonova und William Demant.

Die „Big Six“-Akteure der Hörgerätebranche, auf die mehr als 80 Prozent der weltweiten Hörgeräteverkäufe entfallen, werden nun die „Big Five“ sein. Ist das gut oder schlecht für Hörgerätenutzer und die Fachkräfte für Hörgesundheit, die sie betreuen?

Fusion von Widex und Sivantos Signia

Was die Fusion von Widex-Sivantos für Verbraucher bedeutet

Normalerweise sind Kartellbehörden besonders wachsam, wenn sich zwei große Akteure in einer Branche zusammenschließen, die bereits stark konzentriert ist. Weniger Wettbewerb, höhere Preise, langsamere Innovationen und ein schwächerer Kundenservice können die Folge sein.

Doch die Hörgerätebranche befindet sich mitten in einem technologiegetriebenen wirtschaftlichen Wandel. Neue preisgünstige Wettbewerber fordern die Marktführer heraus, indem sie von den kontinuierlich sinkenden Kosten fortschrittlicher Hörgerätetechnologien profitieren. Und in den USA wird erwartet, dass das Gesetz über rezeptfreie Hörgeräte, das den Verkauf von Hörgeräten dereguliert, neuen Wettbewerbern den Markteintritt erleichtert.

Die Big Six der Hörgerätehersteller haben bereits auf den zunehmenden Wettbewerb reagiert, indem sie die Preise ihrer Einsteigerprodukte gesenkt haben. Gleichzeitig haben sie ihre Führungsposition im hochpreisigen Premiumsegment des Marktes mit einer Reihe neuer Hightech-Produkte gefestigt. Und die Gewinne aus diesen Verkäufen im oberen Preissegment helfen ihnen dabei, ihre traditionellen hohen Investitionen in Forschung und Entwicklung bei Innovationen der Hörtechnologie fortzusetzen.

Durch die Bündelung ihrer bereits beträchtlichen finanziellen Ressourcen sollten Widex und Sivantos effektiver im Einstiegssegment über den Preis mit erschwinglichen, hochwertigen Produkten konkurrieren können. Und sie werden weiterhin mit den anderen führenden Herstellern darum konkurrieren, als Erste die neuesten Produkte und Technologien für Kunden im Premiumsegment zu entwickeln und anzubieten.

Verbraucher, die nach den neuesten und besten hochpreisigen Hörgeräten suchen, sollten daher weiterhin mit einem kontinuierlichen Strom an Innovationen von den „Big Five“, einschließlich Widex/Sivantos, rechnen können. Gleichzeitig sollten sie weiterhin mittelgradigere Preise für maßgefertigte Hörgeräte der Einstiegsklasse sehen.

Was die Fusion für Fachkräfte im Bereich Hörgesundheit bedeutet

Die beiden Unternehmen erklärten, dass „alle Widex- und Sivantos-Marken weiterhin mit getrennten Vertriebsteams und Organisationen arbeiten werden“. Das bedeutet, dass zumindest vorerst für Hörgeräteanbieter, die ihre Patienten mit Hörgeräten von Widex und Sivantos versorgen, alles beim Alten bleiben sollte.

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Sivantos ging 2015 mit Unterstützung von EQT Partners, einer von Schwedens Wallenberg-Familie finanzierten Private-Equity-Gesellschaft, aus dem ehemaligen Hörgerätegeschäft von Siemens hervor. EQT ist als geduldiger Investor bekannt und hat erklärt, sich dem langfristigen Wachstum des Unternehmens verpflichtet zu fühlen. Mit seiner langen Geschichte technischer Innovationen hat Sivantos zudem keinen Hehl aus seinem Ziel gemacht, sich erneut als einer der weltweit führenden Hörgerätehersteller zu etablieren.

Widex hingegen ist seit seiner Gründung ein Familienunternehmen und bekannt für sein Engagement in Forschung und Entwicklung sowie für die kontinuierliche Entwicklung immer besserer Hörgeräte im Premiumsegment. Nach Führungswechseln zwischen den Generationen in den vergangenen Jahren sollte die Fusion dazu beitragen, den Bedarf von Widex an einer zunehmend stärkeren finanziellen Grundlage zu decken, um weiterhin sowohl im Premium- als auch im Einstiegssegment des Hörgerätemarkts konkurrieren zu können.

Zumindest kurz- bis mittelfristig können Fachkräfte im Bereich Hörgesundheit mit Kontinuität in ihren Vertriebs-, Lieferanten- und Supportbeziehungen rechnen. Und angesichts des Schwerpunkts, den beide Unternehmen seit jeher auf Forschung und Entwicklung sowie Innovation gelegt haben, können Fachkräfte sich auf weitere hochmoderne Produkte und Technologien des zusammengeschlossenen Unternehmens freuen.

Der Teufel steckt im Detail

Wie bei jeder großen Fusion – insbesondere bei einer, die erst in einem weiteren Monat abgeschlossen sein wird – gibt es unzählige Ungewissheiten. Insbesondere darüber, wie sie sich auf Verbraucher und die Fachkräfte auswirken wird, die von beiden Unternehmen abhängig sind.

Wenn beispielsweise großer Druck besteht, schnell Kosten zu sparen, könnte die Zusammenlegung von Backoffice-Funktionen die Fachkräfte beeinträchtigen, die auf zuverlässige Produkt- und Vertriebsunterstützung durch jedes Unternehmen angewiesen sind. Der Teufel wird im Detail stecken, wenn die Fusion abgeschlossen wird.

Noch wichtiger wird vielleicht sein, wie das zusammengeschlossene Unternehmen auf den Wettbewerb reagiert. Wenn Widex/Sivantos und die übrigen „Big Five“ erfolgreich mit neuen, günstigeren Wettbewerbern konkurrieren können und gleichzeitig die Branche bei Innovationen der Hörtechnologie weiterhin anführen, werden alle profitieren.

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    David Copithorne

    Mitwirkender Redakteur

    David Copithorne ist ein langjähriger Blogger zum Thema Hörverlust und regelmäßiger Autor bei Hearing Tracker. Im Jahr 2002 erlitt er eine plötzliche und hochgradige Hörbeeinträchtigung. Seitdem widmet er sich der Weitergabe der wertvollen Informationen, die er auf seinem Weg gelernt hat.