Befragte berichteten auch von verstärkter Müdigkeit bei der Arbeit, längeren Zeiten zum Abschluss von Aufgaben und einer größeren Fehlerneigung. Über diese direkten Auswirkungen hinaus wiesen einige Teilnehmer auf sekundäre Folgen hin, die die Arbeitsleistung weiter untergraben können, einschließlich Angst, schlechtem Schlaf, Reizbarkeit und sozialer Isolation. Mehrere berichteten, sich von Gruppeninteraktionen zurückgezogen zu haben, was sich auf Arbeitszufriedenheit und Zusammenarbeit auswirken kann.
Obwohl einige Teilnehmer Wege gefunden hatten, sich anzupassen – etwa durch Änderung von Verantwortlichkeiten, Anpassung von Routinen oder Nutzung von Bewältigungstechniken – blieb Tinnitus weit verbreitet als Barriere wahrgenommen. In offenen Antworten charakterisierten etwa drei Viertel der Teilnehmer ihr Arbeitsleben wegen Tinnitus als schwieriger.
Internetgestützte KVT mit verbessertem Arbeitsergebnis verbunden
Einer der bemerkenswertesten Befunde betraf ein internetgestütztes kognitives Verhaltenstherapie-Programm (oft als ICBT bezeichnet). Die Forscher berichteten, dass die Teilnahme am Programm mit aussagekräftigen Verbesserungen in der Arbeitsproduktivität verbunden war.
Nach der Intervention berichteten weniger Teilnehmer, dass sie mit reduzierter Arbeitszeit arbeiten mussten. Die Studie berichtete auch von Verbesserungen in mehreren symptombezogenen Maßen, einschließlich Tinnitusbelastung und häufig damit verbundenen Problemen wie Angst, Depression, Schlaflosigkeit und allgemeinem Wohlbefinden. Das Feedback der Teilnehmer deutete darauf hin, dass sie sich besser ausgestattet fühlten, um mit Tinnitus am Arbeitsplatz umzugehen, nachdem sie das Programm absolviert hatten.
Der Hauptautor der Studie, Eldre Beukes, PhD, außerordentlicher Professor für Audiologie an der ARU, sagt: „Unsere Ergebnisse zeigen, dass Tinnitus für manche Menschen weit mehr als ein anhaltender Ton ist; es kann eine Barriere für die Aufrechterhaltung einer stabilen Beschäftigung und des Wohlbefindens am Arbeitsplatz darstellen und tritt oft zusammen mit Hörverlust, Angst oder Schlafstörungen auf.
„Dies hat wichtige Auswirkungen auf Arbeitgeber und Entscheidungsträger. Arbeitsplätze sollten Tinnitus als eine Erkrankung anerkennen, die die Produktivität beeinträchtigen kann und möglicherweise angemessene Anpassungen erfordert. Richtlinien, die flexible Arbeitsmuster, Zugang zu hörbezogenen Technologien und verbesserte Sensibilisierung unter Managern unterstützen, könnten es den Betroffenen erleichtern, in ihrem Beruf zu bleiben.
„Obwohl unsere Ergebnisse vorläufig sind und eine Kontrollgruppe notwendig wäre, um die Auswirkungen zu bestätigen, zeigen sie vielversprechende Hinweise darauf, dass gezielte Tinnitusinterventionen Menschen helfen können, effektiv und engagiert in ihren Positionen zu bleiben. Die Bereitstellung zeitnah unterstützender Maßnahmen kann auch die persönlichen Kosten und die breitere finanzielle Auswirkung auf die Wirtschaft, die mit verminderter Arbeitskapazität verbunden ist, reduzieren."