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Eine kürzlich durchgeführte bevölkerungsgestützte Studie von Wissenschaftlern in Alberta, Kanada, die online in The Lancet veröffentlicht wurde, zeigt, dass Hörverlust oft mit erheblicher Komorbiditätt—das ist das Vorliegen von zwei oder mehr Erkrankungen—einhergeht und auch mit einem deutlich erhöhten Risiko für Anstieg der Krankenhauseinweisungsquoten, Unterbringung in Langzeitpflege, Notfallbesuche, unerwünschte Arzneimittelereignisse und Stürze verbunden ist.

Die Forscher sind der Meinung, dass die hohe Krankheitslast verstärkte und besser koordinierte Investitionen zur Verbesserung der Versorgung von Menschen mit Hörverlust rechtfertigt. Das Papier mit dem Titel „Associations between hearing loss and clinical outcomes: Population-based cohort study" erscheint in der Ausgabe von The Lancet eClinicalMedicine vom 29. Juni 2023 und seine Autoren sind mit der University of Alberta, University of Calgary und Alberta Health Services in Calgary verbunden.

Menschen mit Hörverlust haben ein höheres Risiko für schlechtere Behandlungserfolge

Mit dem Ziel, die Verbindungen zwischen Hörverlust und verschiedenen klinischen Ergebnissen zu untersuchen, führte das kanadische Forschungsteam eine retrospektive Analyse von über 4,7 Millionen Erwachsenen durch, die zwischen April 2004 und März 2019 in Alberta lebten. In dieser Population wurden 152.766 Personen (3,2%) mit Hörverlust identifiziert.

Die Studie zeigte, dass Menschen mit Hörverlust höhere Raten ungünstiger klinischer Ergebnisse aufwiesen als jene ohne, einschließlich erhöhter Krankenhausaufenthaltstage, höherer Sturzquoten, unerwünschter Arzneimittelereignisse und Notfallbesuche.

Darüber hinaus hatten Personen mit Hörverlust ein höheres Risiko für:

  • Sterblichkeit
  • Myokardinfarkt
  • Schlaganfall/transitorischen ischämischen Anfall
  • Depression
  • Herzinsuffizienz
  • Demenz
  • Druckgeschwüre und
  • Unterbringung in Langzeitpflegeeinrichtungen.
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In Kanada allein deutet die Studie darauf hin, dass jährlich 15.631 Personen mit Hörverlust eine neue Langzeitplatzierung benötigten, von denen 1.023 dem Hörverlust zuzuschreiben waren. „Entsprechende Schätzungen für neue Demenzfälle waren 14.959 und 4.350, und für [Schlaganfall oder transitorischen ischämischen Anfall] waren die Schätzungen 11.582 und 2.242", schreiben die Autoren.

Die Ergebnisse zeigen höhere Komorbiditätsquoten bei Personen mit Hörverlust und ein erhöhtes Risiko für ungünstige Gesundheitsergebnisse. Dieses erhöhte Risiko könnte durch Kommunikationsbarrieren zwischen Angehörigen der Gesundheitsberufe und Patienten verschärft werden. Beispielsweise könnte das erhöhte Risiko einer Langzeitplatzierung darauf hindeuten, dass mehr Unterstützung für Menschen mit Hörbeeinträchtigung erforderlich ist, um ihnen zu helfen, unabhängig zu bleiben.

Warum wäre Hörverlust mit erhöhtem Risiko verbunden? Bei Ergebnissen wie unerwünschten Arzneimittelereignissen, Krankenhausaufenthalten und vermeidbaren Notfallbesuchen vermuten wir, dass Kommunikationsbarrieren zwischen Angehörigen der Gesundheitsberufe und Patienten verantwortlich sind. Das unabhängig erhöhte Risiko für [Langzeitplatzierung] rechtfertigt weitere Untersuchungen, da es darauf hindeuten könnte, dass zusätzliche Unterstützung für Menschen mit Hörverlust erforderlich ist, um trotz ihrer Behinderung unabhängig zu leben. Das erhöhte Sturzrisiko kann auf erhöhte kognitive Belastung, verminderte Umweltwahrnehmung oder vielleicht gleichzeitige propriozeptive/vestibuläre Dysfunktion zurückzuführen sein."

Was auch immer die Gründe sein mögen, die Assoziationen zwischen Hörverlust und kardiovaskulären Problemen, Krankenhausaufenthalten, Langzeitplatzierung, Notfallbesuchen, unerwünschten Arzneimittelereignissen und Stürzen unterstreichen die Notwendigkeit verbesserter Betreuungs- und Interventionsstrategien. Die Autoren plädieren für erhöhte Forschung, Investitionen und koordinierte Anstrengungen zur Verbesserung der Versorgung und Ergebnisse für Menschen mit Hörverlust. Durch die Bewältigung der hohen Komorbiditätslast und die Implementierung von Präventivmaßnahmen könnte es möglich sein, die Lebensqualität von Personen mit Hörverlust durch neue Strategien zur Prävention, verbesserte Behandlung und Rehabilitation zu verbessern.

Die Finanzierung der Studie wurde von den Canadian Institutes of Health Research unterstützt; David Freeze Lehrstuhl für Gesundheitsdienstforschung.

Originalzitat des Papiers: Tonelli M, Marcello T, Wiebe N, Lunney M, Donald M, Howarth T, Evans J, Klarenbach SW, Nicholas D, Boulton T, Thompson S, Schick Makaroff K, Manns B, Hemmelgarn B. Associations between hearing loss and clinical outcomes: Population-based cohort study. The Lancet eClinicalMedicine. 2023; 61, 102068. DOI:https://doi.org/10.1016/j.eclinm.2023.102068

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    Karl Strom

    Chefredakteur

    Karl Strom ist der Chefredakteur von HearingTracker. Er war Gründungsredakteur des The Hearing Review und berichtet seit über 30 Jahren über die Hörhilfeindustrie.