Für situative Kunden könnten OTC-Geräte eher als wünschenswert denn als notwendig wahrgenommen werden, wodurch eine attraktive äußere Gestaltung für diese Gruppe möglicherweise wichtiger ist.
2. Streaming-Fähigkeit ist ein Muss
OTC-Hörgeräte ohne Bluetooth-Streaming sind zum Scheitern verurteilt, insbesondere im Segment der situativen Nutzer. Viele Verbraucher mit geringgradigem bis mittelgradigem Hörverlust nutzen bereits Bluetooth-Verbindungen mit anderen Geräten der Unterhaltungselektronik, um Telefonate zu führen, Medien zu streamen und Musik zu hören. Sie werden diese Fähigkeit bei jedem neuen Gerät verlangen.
Darüber hinaus werden OTC-Geräte mit Streaming-Fähigkeit, wenn Bluetooth Auracast in den nächsten Jahren breiter verfügbar wird, einfachen Zugang zu Mainstream-Unterhaltung, öffentlichen Vorträgen und anderen Veranstaltungen in großen Veranstaltungsorten bieten – enorme Verkaufsargumente für Verbraucher mit geringgradigem bis mittelgradigem Hörverlust, die wahrscheinlich genau in diesen Situationen Schwierigkeiten haben.
3. Angebote müssen erschwinglich sein
Der Preis ist entscheidend. Einer der Hauptgründe für die OTC-Hörgerätegesetzgebung war, den Zugang zu Hörgeräten für Menschen zu verbessern, die sie sich nicht leisten können. Leider haben einige der derzeitigen Angebote ähnliche Preise wie ein Modell auf Rezept bei Costco. Andere sind wie glorifizierte PSAPs bepreist. Ich erwarte, dass sich die Preisspanne mit der Zeit verengen wird, wenn OTC-Geräte ihren Platz im Hörbereich finden.
Da OTC-Produkte keine audiologische Betreuung beinhalten, müssen ihre Preise eher mit Geräten der Unterhaltungselektronik vergleichbar sein als mit Hörgeräten auf Rezept, sonst geht der Wertvorteil verloren. Für situative Nutzer müssen die Preise mit vergleichbaren Geräten der Unterhaltungselektronik konkurrenzfähig sein, von denen viele ähnliche Selbstanpassungsfunktionen bieten.
4. Produkte müssen einfach zu programmieren sein
Hörtechnologie ist manchmal nur die halbe Miete, insbesondere bei älteren Erwachsenen, von denen einige möglicherweise keine Smartphones haben. Je einfacher die Geräte zu programmieren und zu verwenden sind, desto wahrscheinlicher werden sie erfolgreich sein.
Für das preisbewusste Segment wird ein schwer zu bedienendes Gerät wahrscheinlich zurückgegeben. Da mit der OTC-Gesetzgebung keine einheitliche Rückgaberichtlinie eingeführt wurde, werden Händler ihre eigenen Regeln festlegen. Ohne ausreichend Zeit, sich an besseres Hören zu gewöhnen, werden Geräte wahrscheinlich zurückgegeben.
Auch situative Nutzer könnten durch einen übermäßig komplizierten Einrichtungsprozess abgeschreckt werden, da Apple AirPods Pro und ähnliche bereits vorhandene Geräte der Unterhaltungselektronik ihnen mit weniger Aufwand fast alles bieten können, was sie brauchen. Ich hoffe, dass Apple bald mit einer eigenen abgeleiteten Version der AirPods Pro für diesen Markt in den Wettbewerb einsteigen wird.
5. Vermarktung mit unterhaltsamen und positiven Bildern
Können Hörgeräte Spaß machen? Ich denke schon! Werbung mit Menschen, die Medien, Vorträge, Aufführungen und alle Arten von Aktivitäten genießen, während ihre Hörgeräte deutlich sichtbar sind, wird am wirksamsten sein. Die Verbindung der Funktionen mit den Vorteilen wird helfen, die Geräte zu verkaufen, weil sie genau die Situationen ansprechen, in denen diese Gruppe mit geringgradigem bis mittelgradigem Hörverlust Schwierigkeiten hat.
Das Rezept kann sich mit der Zeit ändern
Der Markt für OTC-Geräte ist neu und verändert sich schnell. Da neue Anbieter neue Technologien und Bauformen in den Wettbewerb bringen, kann sich das Rezept weiterentwickeln. Ich bleibe optimistisch, dass Hersteller von OTC-Hörgeräten die Herausforderung dieses neuen Marktes annehmen werden, sodass Millionen von Menschen zu einem angemessenen Preis Zugang zu besserem Hören erhalten.