Tinnitus ist stark mit Hörverlust verbunden und in den meisten Fällen gehen Audiologen davon aus, dass Tinnitus aus einer Schädigung der äußeren Haarzellen der Cochlea stammt. Diese sensorischen Rezeptorzellen können beschädigt werden, was dazu führt, dass weniger auditorische Stimulation das Gehirn erreicht. Dieser Mangel an auditorischer Stimulation führt dazu, dass das Gehirn den Sound „Tinnitus" erzeugt, um den „leeren Raum" auszufüllen.
Andere bekannte Ursachen für Tinnitus sind Medikamente, Stress, Muskelverspannungen, zentrale Pathologie und Lärmbelastung. Wenn Tinnitus mit Medikamenten verbunden ist, nimmt er oft ab, wenn das Medikament abgesetzt wird. Es sollte auch beachtet werden, dass durch Medikamente induzierter Tinnitus sich verschlimmern kann, wenn die Dosierung erhöht wird. Einige der Medikamente, die Tinnitus verursachen können, sind bestimmte Antibiotika, Antidepressiva, Aspirin, Chinin, einige Formen von Chemotherapie, Chinin und Diuretika. Wenn Stress und Muskelverspannungen die Ursache für Tinnitus sind, führt die Behandlung dieser Zustände oft zu einer Verringerung des Tinnitus.
Subjektiver vs. objektiver Tinnitus
Tinnitus kann weiter auf zwei verschiedene Arten klassifiziert werden: subjektiver Tinnitus, die häufigste Form von Tinnitus, und objektiver Tinnitus, eine seltenere Form von Tinnitus.
Subjektiver Tinnitus kann nur von der Person wahrgenommen werden, die ihn erlebt, während objektiver Tinnitus auch von einem Arzt während einer otologischen Untersuchung gehört werden kann. Die Ursache für objektiven Tinnitus kann vaskulärer Natur sein. In solchen Fällen ist der Blutfluss hörbar und würde eine weitere medizinische Abklärung erforderlich machen.
Objektiver Tinnitus kann auch aus Middle-Ear-Myoklonus resultieren. Middle-Ear-Myoklonus steht möglicherweise in Zusammenhang mit dem Tensor tympani oder der Stapedius-Sehne.
Die Tinnitus-Krankengeschichte
Die Krankengeschichte ist ein sehr wichtiger Teil der Untersuchung, um die Ursache des Tinnitus eines Patienten zu diagnostizieren. Es ist notwendig, die Symptome und Charakteristiken des Tinnitus während dieser otologischen Untersuchung klar zu beschreiben. Je mehr Informationen Ihr Arzt erhält, desto wahrscheinlicher ist es, dass er eine korrekte Diagnose stellt. Einige der Fragen, auf die Sie stoßen könnten, könnten folgende sein:
Ist Ihr Tinnitus konstant oder pulsierend? Pulsierender Tinnitus kann vaskulärer Natur sein und auf ein zugrunde liegendes Problem hindeuten, das eine weitere medizinische Untersuchung rechtfertigt.
Wie klingt Ihr Tinnitus? Häufige Antworten sind: Summen, Zischen, Zwitschern und Klingeln. Es ist erwähnenswert, dass das, was Tinnitus klingt, eine Widerspiegelung ist, wie ein Patient seinen Tinnitus wahrnimmt, und die Wahrnehmung unterscheidet sich von Person zu Person.
Wie ist Ihr Gehör? Tinnitus ist am häufigsten mit altersbedingtem sensorineuralem Hörverlust verbunden und sollte immer in Gegenwart von Tinnitus ausgeschlossen werden.
Hatten Sie eine Vorgeschichte von Lärmbelastung? Lärmbelastung ist auch ein bekannter Risikofaktor für Tinnitus.
Knirschen Sie mit den Zähnen oder mahlen Sie mit den Zähnen? Diese Verhaltensweisen, die Spannung auf das Kiefergelenk ausüben, sind auch bekannte Risikofaktoren für Tinnitus.
Wenn sich Ihr Tinnitus kürzlich verändert hat? Haben Sie kürzlich ein bedeutsames Stressereignis oder eine Veränderung Ihres Gehörs erlebt? Stress in unserem täglichen Leben kann Tinnitus verschlimmern, er kann lauter, konstanter, von einer anderen Tonhöhe und störender erscheinen. Eine Veränderung der Tinnitus-Erfahrung kann auch symptomatisch für eine Veränderung der zugrunde liegenden Höhrfunktion sein.
Gibt es andere ohrbezogene Symptome? Tinnitus kombiniert mit Schwindel und/oder Hörverlust kann ein Hinweis auf ein Innenohrproblem (Pathologie) sein. Ein Patient kann auch mit Tinnitus zusammen mit anderen Symptomen auftreten, wenn er einen plötzlichen sensorineuralen Hörverlust, ein Akustikusneurinom (Vestibularisschwannom), Otitis media (Mittelohrentzündung), eine TIA oder CVA (Schlaganfall) erlebt.
Wo nehmen Sie Ihren Tinnitus wahr? Ist er in beiden Ohren, in Ihrem Kopf oder nur in einem Ohr? Wenn Tinnitus nur in einem Ohr gehört wird, kann es ein Symptom für einen asymmetrischen sensorineuralen Hörverlust unter anderem sein. Es würde eine weitere medizinische Untersuchung rechtfertigen.
Sobald alle Informationen gesammelt und bewertet wurden, wird Ihr Arzt hoffentlich in der Lage sein, die spezifische zugrunde liegende Ursache des Tinnitus zu identifizieren und zu versuchen, einen Behandlungsplan zu erstellen.
Dr. Eric Sandler, Direktor der audiologischen Dienste im The Hearing Center in New Jersey, absolvierte 2007 die Montclair State University mit einem Doktorat der Naturwissenschaften in Audiologie.